Übel riechender Koffer kann vernichtet werden


10.03.2014

Die Fluggesellschaft haftet nicht, wenn der Zoll einen Übelriechenden Koffer eines Passagiers vernichtet. Auch eine Reisegepäckversicherung würde in einem solchen Fall keine Leistung erbringen.

Das Amtsgericht Frankfurt wurde von einem Fluggast eingeschaltet, dessen Koffer nicht am Bestimmungsort angekommen war. Wie sich heraustellte hatte der italienische Zoll das Gepäckstück des Passagiers ausgesondert und danach vernichtet und hierüber auch ein entsprechendes Protokoll angefertigt. Das entsprechende Protokoll war von einem Mitarbeiter der Fluggesellschaft und einem Zollbeamten unterzeichnet worden.

Im Koffer waren neben Bekleidung, einer Digitalkamera und einem Handy auch 4 Flaschen Wein, Salami und ein Beutel Oliven. Der Koffer hatte nach dem Zollprotokoll Flüssigkeit verloren und verströmte vermutlich aus diesem Grund auch einen "üblen Geruch".

Das Zollprotokoll ist nach dem Urteil des gericht als "öffentliche Urkunde " anzusehen. Damit war der Zustand des Koffers bewiesen und eine Vernichtung aus "hygienischen Gründen" zulässig.

Hierauf weist die deutsche Gesellschaft für Reiserecht hin.

(Urt AG Frankfurt vom 15.1.2013 30 C 1914/12/32)

Ein Fall für die Reisegepäckversicherung ?

Ergänzend dazu möchten wir betonen, dass im vorliegenden Fall auch keine Reisegepäckversicherung Ersatz geleistet hätte, da die Vernichtung eines Reisekoffers durch den Zoll, in keinem in den Allg. Versicherungsbedingungen für die Reisegepäckversicherung aufgeführten Erstattungsgründen (Verlust, Diebstahl...) enthalten ist.

 



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