Reisegepäckversicherung - Wichtige Hinweise und Tipps

 

Die Reisegepäckversicherung leistet dann, wenn Ihr Reisegepäck beim Transport beschädigt wird, verloren geht oder zu spät am Urlaubsort ankommt. Auch bei Diebstahl oder Raub, können Sie Ihren Schaden bei der Reiseversicherung geltend machen. Allerdings sollten Sie vor Abschluss einer Reisegepäckversicherung unbedingt einige Hinweise beachten und einen Blick in die zu Grunde liegenden Allgemeinen Versicherungsbedingungen werfen. Hier erhalten Sie die wichtigsten Hinweise und Tipps zum Abschluss einer passenden Reisegepäckversicherung.

Warum sollte eine Reisegepäckversicherung abgeschlossen werden?

Durch eine Reisegepäckversicherung ist das Gepäck des Versicherungsnehmers sowie seiner Familienmitglieder oder seines Lebensgefährten versichert. Wichtig ist dieser Versicherungsschutz gerade auch deshalb, weil immer häufiger Gepäckstücke am Zielflughafen verspätet, beschädigt oder gar nicht ankommen. Reisen Sie in potentiell gefährliche Reisegebiete, kann es durchaus zu einem Raub oder Diebstahl Ihres Reisegepäcks bzw., Ihrer Wertsachen kommen - auch hier erhalten Sie bei Abschluss einer Reisegepäckversicherung schnell und unkompliziert Hilfe.

Tipp 1: Zeitwert beachten!

In der Reisegepäckversicherung wird grundsätzlich nur der Zeitwert des beschädigten oder gestohlenen Gegenstandes ersetzt - nicht aber der Neupreis (wie etwa bei der Hausratversicherung). Der Zeitwert von Gegenständen ist derjenige Betrag, der erforderlich ist, um eine neue Sache gleicher Art und Güte am ständigen Wohnort des Versicherten anzuschaffen und der durch den, für das Alter und den Abnutzungsgrad des beschädigten oder entwendeten Gepäcks sowie andere, den Wert beeinflussende Faktoren (z.B. Mode), abzuziehenden Betrag gemindert wird. In der Regel erfolgt pro Jahr, in der sich der Gegenstand im Bestz befindet, ein Abzug von 20%.

Beispielrechnung: Sie erhalten einen Koffer beschädigt zurück. Der Koffer wurde 2012 zu einem Preis von 300 € angeschafft. Aufgrund des Alters von drei Jahren kann nur noch 40% des Neupreises als Zeitwert angesetzt werden (3 Jahre à 20% Abzug), so daß lediglich 120 € erstattet werden.

Tipp 2: Ausschlüsse beachten!

Nicht jeder mitgeführte Gegenstand kann in der Reisegepäckversicherung versichert werden. Daher ist es wichtig, sich vor Vertragsabschluss mit den Allgemeinen Versicherungsbedingungen vertraut zu machen, damit im Schadenfall keine böse Überraschung droht. Vor allem elektronische Geräte, Foto- und Videoausrüstungen, Handys oder Tablets sind oft über die AVBs des Reiseversicherers ausgeschlossen.

Beispielhaft sollen hier die Allianz Reiseversicherung genannt werden, die in Ihren Allgemeinen Versicherungsbedingungn bzgl. des Reisegepäck folgende Ausschlüsse verzeichnet hat:

  • Bargeld, Wertpapiere, Fahrkarten und Dokumente aller Art mit Ausnahme von amtlichen Ausweisen und Visa
  • motorgetriebene Land-, Luft- und Wasserfahrzeuge samt Zubehör, Jagd- und Sportwaffen samt Zubehör
  • Video-, Film- und Fotoapparate als aufgegebenes Reisegepäck einschließlich Zubehör sowie Schmucksachen und Kostbarkeiten
  • Schäden an Sportgeräten, die durch bestimmungsgemäßen Gebrauch entstehen

Eingeschränkter Versicherungsschutz gilt zudem für folgende Gegenstände:

  • Als mitgeführtes Reisegepäck sind Video-, Film- und Fotoapparate einschließlich Zubehör sowie Schmucksachen und Kostbarkeiten bis insgesamt 50% der Versicherungssumme
  • EDV-Geräte sowie elektronische Kommunikations- und Unterhaltungsgeräte bis 50%, maximal aber 500 €
  • Brillen, Kontaktlinsen, Zahnspangen und sonstige medizinische Hilfsmittel bis 20%, maximal aber 250 €
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Tipp 3: Unterversicherung beachten!

Die Reisegepäckversicherung (als Sachversicherung) sollte immer über den gesamten Wert des mitgeführten Gepäcks abgeschlossen werden. Im Schadenfall müssen Sie diesen immer angeben. Sollte der Wert Ihres Reisegepäcks über der gewählten Versicherungssumme liegen, wird im Schadenfall ein Abzug wegen Unterversicherung vorgenommen. Überschlagen Sie daher vor Abschluss eines Vertrags (zumindest grob) den Gesamtwert Ihrer mitgeführten Gepäcks.

Beispielrechnung: Sie haben eine Reisegepäckversicherung bis 2.000 € abgeschlossen. Auf dem Rückflug nach Deutschland verschwindet Ihr Koffer jedoch spurlos. Bei Schadenmeldung stellt sich heraus, dass der Wert des Gepäcks bei 2.500 € liegt. Aufgrund der Unterversicherung (errechnetes Verhältnis zwischen Gepäckwert und Versicherungssumme) muss ein Abzug in Höhe von 20% erfolgen. Der Zeitwert beträgt insgesamt 800 €, ausgezahlt werden jedoch nur 640 €.

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Tipp 4: Auch die Hausratversicherung zahlt in manchen Fällen

Abhängig vom versicherungsumfang werden meist 10 % der Versicherngssumme bis zu einer Höchstsumme von 10.000 EUR für Reisegepäckschäden erstattet. Für Wertgegenstände gelten zusätzliche Obergrenzen. Versichert sind in der Regel Reisen bis zu einer Dauer von drei Monaten.

Versicherungsschutz gilt für für persönliche Dinge am Urlaubsort bei Brand, Sturm oder Explosion. Ebenfalls sind Raub und Einbruchdiebstahl aus dem Hotelzimmer versichert (bei manchen anbietrn auch aus dem Auto oder der Schiffskabine). Nicht versichert sind Transportschäden, Trickdiebstähle und andere einfache Diebstaähle.

Tipp 5: Fluggesellschaften erstatten Reisegepäckschäden nach dem Montrealer Abkommen

Im Montrealer Luftverkehrs-Übereinkommen sind die Rechte der Fluggäste bei Gepäckverlust klar geregelt.Geht Reisegepäck verloren oder kommt es später als 21 Tage nach dem Reiseende an, wird ein Verschulden des Luftfrachtführers unterstellt.Er kann sich nur entlasten, wenn das Reisegepäck z.B. mangelhaft verpackt, bereits vorher beschädigt oder durch Krieg oder staatliches Handeln nicht ankommt.
Die Entschädigung ist allerdings auf 1000 SZR beschränkt. SZR ist eine interstaatliche Kunstwährung und entspricht zur Zeit etwa 1.400 Euro pro Person. Das Abkommen gilt allerdings nur für Airlines die in der EU oder einem Land des Montrealer Abkommens  starten oder landen.

Beschädigungen am Reisegepäck müssen spätestens 7 Tage nach dem Flug schriftlich bei der Airline gemeldet werden. Verlust muss dort ebenfalls schriftlich iangezeigt werden (Frist 21 Tage).

Tipp 6: mögliche Ansprüche gegen Reederei, Fernbusunternehmen prüfen

Fernbusunternehmen ( Fahrten über 250 km) ersetzen bei Verschulden bis 1.200 EUR pro Gepäckstück. Der Schaden muss sofort beim Fahrer oder beim Busunternehmen gemeldet werden.

Reedereien zahlen bis 2.800 für das Kabinengepäck pro Person (aber ebenfalls nur bei Verschulden der Reederei). Auch hier besteht einen sofortige Meldepflicht.