Jahresbericht Versicherungsombudsmann 2012 - Reiseversicherung


08.08.2013

Der Versicherungsombusdmann - Schlichtung in der Reiseversicherung

In manchen Fällen sind die Kunden einer Versicherung nicht mit den Entscheidungen des Unternehmens einverstanden. Besonders bei Streit um kleinere Beträge lohnt es sich nicht, einen Rechtsanwalt einzuschalten oder gar eine Klage anzustreben. In solchen Fällen kann der Weg über den Versicherungsombudsmann eine gute Lösung sein. Der Versicherungsombudsmannüberprüft die Entscheidung des Unternehmens und verhilft Betroffenen zu ihrem Recht.

Die Reiserücktrittsversicherung im Jahresbericht 2012

In seinem aktuellen Jahresbericht 2012 berichtet er über die wichtigsten Streitpunkte, die ihm im Bereich der Reiseversicherung vorgelegt wurde. Die Reiseversicherung gehört nach dem Versicherungsrecht zur Sparte "Sonstige Versicherungen" zu der außerdem noch die Elektronik- und Technikversicherung, Tierversicherung, Transportversicherung, Wassersportversicherung und die Bauversicherung, aber auch „Exoten“ wie die Camping- oder Jagdwaffenversicherung gehören. Zu dieser Sparte gingen 2012 insgesamt 902 zulässige Beschwerden ein. Das sind 7,7 % des Gesamtaufkommens von Beschwerden. Wieviele Beschwerden die Reiserücktrittsversicherung betrafen, lässt sich dem bericht nicht entnehmen.

Reiserücktrittsversicherung und Vorerkrankung

Für das Bestehen einer Leistungspflicht der Reiserücktrittsversicherung ist es nach den Ausführungen des Versicherungsombudsmanns oft die entscheidende Frage, ob die Erkrankung, die  Grund für eine Reisestornierung war, unerwartet eingetreten ist. Bei bestehenden Vorerkrankungen ist zu berücksichtigen, ob der Versicherungsnehmer mit einer Verschlechterung seiner Erkrankung rechnen musste, da dann kein Versicherungsschutz besteht. Eine ärztliche Reisetauglichkeitsbescheinigung vor der Reisebuchung führte in einigen Beschwerdefällen dazu, dass der Versicherer die Stornokosten doch erstattete.

Pflicht zur unverzüglichen Stornierung

Versicherungsnehmern einer Reiserücktrittsversicherung wird durch die Versicherungsbedingungen die Obliegenheit auferlegt, die Reise bei Eintritt des Versicherungsfalls und damit bei Ausbruch der Krankheit unverzüglich zu stornieren. Da jedoch viele Versicherungsnehmer, die akut erkrankt waren, auf eine Besserung der Erkrankung hofften, stornierten sie die Reise erst, als sich die erhoffte Genesung nicht einstellte. Konnte der Versicherungsnehmer sein Zuwarten nicht stichhaltig begründen, etwa mit einer entsprechenden ärztlichen Prognose, war die Kürzung des Versicherers nicht zu beanstanden.

Verspätete Atteste reichen nicht aus

Darüber hinaus ist vielen Versicherungsnehmern einer Reiserücktrittsversicherung bei einer Reisestornierung nicht bewusst, dass sie nachweisen müssen, die unerwartete schwere Erkrankung sei bereits zum Zeitpunkt der Reisestornierung eingetreten. Die Versicherungsnehmer reichen oft nur ein ärztliches Attest beim Versicherer ein, das erst mehrere Tage nach der Reisestornierung ausgestellt wurde. Diese „verspäteten“ Atteste sind für einen Nachweis eines Versicherungsfalls zum Zeitpunkt der Reisestornierung jedoch in der Regel nicht ausreichend. 

Quelle:  http://www.versicherungsombudsmann.de/Ressourcen/PDF/Jahresbericht-2012.pdf



Zurück