Auslandskrankenversicherung - bei Krankheit im Ausland immer die Notrufzentrale verständigen


05.03.2014

Sofern der Versicherte einer Auslandskrankenversicherung bei einer Erkrankung im Ausland die Notrufzentrale der Versicherung nicht verständigt, muss er beweisen, dass und woran er tatsächlich erkrankt ist und dass die medizinische Behandlung notwendig war.

Grundsätzlich übernimmt die Reisekrankenversicherung die Behandlungskosten bei Erkrankungen, die auf der Urlaubsreise einteten. Problematisch kann es aber werden, wenn man sich bei einer Krankheit im Urlaub nicht bei der Notrufzentrale des Versicherers meldet und bei Rückkehr aus dem Urlaub keine Erkrankung nachweisen kann. Einen sochen Fall hatte das AG München zu entscheiden.

Wann zahlt die Auslandskrankenversicherung ?

Der Kläger hat eine Auslandsreisekrankenversicherung bei einem Versicherungsunternehmen abgeschlossen. Entsprechend den Versicherungsbedingungen ist im Krankheitsfall die Notrufzentrale zu verständigen, so dass der medizinische Dienst der Versicherung die Behandlung begleiten und den Rücktransport nach Deutschland organisieren kann.

Auf einer Urlaubsreise in einem afrikanischen Land erkrankte der Versicherte an Bauch- und Magenkrämpfen mit Erbrechen und Durchfall und erlitt einen Kreislaufzusammenbruch. Er wurde von Verwandten und Bekannten und die örtliche Klinik verbracht und dort stationär behandelt. Aufgrund seines Zustands konnte er die Notrufzentrale der Versicherung nicht verständigen. Er musste Krankenhauskosten in Höhe von 3.265,57 € bezahlen.

Der Versicherungsnehmer verlangte Ersatz der Krankenhauskosten. Dafür legte er die Rechnung und Unterlagen über die verabreichten Medikamente und Laboruntersuchungen vor.

Den Arztbrief , medizinische Unterlagen wie CT Bilder, Laborbefund, EKG-Streifen- Ultraschallbilder konnte er nicht vorlegen, da diese von der behandelnden Klinik nicht herausgegeben würden.

Die Versicherung hatte offenbar Zweifel an Art und Umfang der Erkrankung oder an der Höhe der Behandlungskosten und weigerte sich, die Kosten zu übernehmen.

Versicherung verweigert die Erstattung der Krankenhauskosten. Der Kunde verklagte daraufhin sein Versicherungsunternehmen . Das AG München gab allerdings der Versicherung Recht.

Welche Unterlagen benötigt die Reisekrankenversicherung ?

"Die Versicherung habe zwar nach dem Auslandsreisekrankenversicherungsvertrag die Kosten der notwendigen Heilbehandlung bei einer akut eintretenden Krankheit auf einer Reise im Ausland zu erstatten. Der Kläger habe aber nicht bewiesen, dass die Voraussetzungen des Versicherungsfalls vorgelegen haben, da er die Notrufzentrale nicht eingeschaltet hat, die deshalb die medizinische Behandlung des Klägers im Ausland nicht begleiten konnte. Der Kläger hätte über seine Bekannten und Verwandten oder jedenfalls, als es ihm wieder besser ging, selbst die Notrufzentrale einschalten können."

Die Vorlage der Krankenhausrechnung zusammen mit weiteren Unterlagen reicht nicht aus, wenn daraus keine Diagnose erkennbar ist und insbesondere auch nicht, weshalb die in Rechnung gestellten Medikamente, Laboruntersuchungen und weiteren Untersuchungen medizinisch notwendig waren. Diese Angaben sind jedoch nach dem Urteil des Gerichts erforderlich, damit die Versicherung ihre Einstandspflicht überprüfen kann. 



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