Reisekrankenversicherung und Schwangerschaft


25.06.2014

Viele werdende Mütter sind sich unsicher, ob und unter welchen Bedingungen sie während der Schwangerschaft eine bereits gebuchte Reise noch antreten wollen. An was muss man bei der Reisevorbereitung unbedingt denken?

Solange man sich gut fühlt und die Schwangerschaft problemlos verläuft, spricht in den meisten Fällen nichts gegen einen Urlaub vor der Geburt. Außer bei Risikoschwangerschaften oder vorhandenen Herz-Kreislauf-Beschwerden, hier ist ein beratendes Gespräch mit dem Arzt vor Reiseantritt unerlässlich.

Sobald man für zwei denken muß, rücken allerdings viele Reiseziele dann doch in weite Ferne. Sehr wichtig wird die Frage einer guten medizinischen Versorgung am Urlaubsort - für alle Fälle. Ein Notfallrückflug ist meist mit Risiken verbunden und etwa bei schweren Blutungskomplikationen sogar unmöglich.

Problem Flugreise

Ist der Urlaub an einem weiter entfernten Ort geplant, stellt sich die Frage nach der Flugtauglichkeit. Die Fluggesellschaften verlangen in der Regel ab der 28. Schwangerschaftswoche ein ärztliches Attest, in dem bescheinigt werden muss, dass keine Gefahr für eine Frühgeburt besteht. Eine eindeutige Regelung besteht für das Ende der Schwangerschaft. Ausgehend von den Vorschriften der IATA (International Air Transport Association), die von einem Flug in den letzten vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin abrät und ein ärztliches Attest fordert, nehmen viele Fluggesellschaften Schwangere ab diesem Zeitpunkt auch mit einem entsprechenden Attest nicht mehr an Bord.

Davor sind Flugreisen zulässig. Letztlich sollte sich allerdings jede werdende Mutter vorher vom Arzt ihres Vertrauens beraten lassen. Bei längeren Flügen besteht ein erhöhtes Thromboserisiko, dem man mit sog. Kompressionsstrümpfen vorbeugen kann. Keine vorbeugenden Massnahmen helfen jedoch gegen die erhöhte Strahlendosis, der Mutter und Kind bei jedem Flug ausgesetzt sind. Die Höhenstrahlung ist nach Aussage der meisten Mediziner aber nur in den ersten drei Monaten ein Problem, da hier die DNA/Chromosomen noch sehr mutationsanfällig sind - deswegen werden auch Flugbegleiterinnen und Pilotinnen bei festgestellter Schwangerschaft umgehend gegrounded.

Tipp: Die Schwangerschaft am besten gleich bei der Buchung des Fluges angeben und um einen Sitzplatz mit entsprechender Beinfreiheit bitten.

Thema Einreisebestimmungen

Einige Staaten lassen werdende Mütter ab einem bestimmten Schwangerschaftsmonat nicht mehr einreisen. Der Grund dafür liegt bei den länderspezifischen Regelungen zur Staatsangehörigkeit. So ist eine Einreise in die USA nicht mehr möglich, weil ein dort geborenes Baby sonst automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten würde.

Unsere Tipps zum Reiseziel

Reiseziele sollten möglichst nicht mehr als vier Stunden entfernt sein. Europäische Länder mit durchschnittlichen Temperaturen bis 28 Grad sind angenehm, denn das feucht-schwüle Klima in tropischen Regionen kann für Schwangere anstrengend werden. Auch die Gefahr einer Infektion ist höher. Tabu sind Abenteuer- oder Aktivurlaub in Höhenlagen über 2.500 Meter sowie Medikamente und Impfungen, zum Beispiel gegen Malaria oder Gelbfieber.

Reisekrankenversicherung und Schwangerschaft

Eine Reisekrankenversicherung kann im Notfall entscheidende Hilfe leisten. Bei Schwangerschafts-Komplikationen kann man sich mit einer Reisekrankenversicherung auf die Hilfe und Unterstützung deutscher Reisemedizner verlassen und bleibt finanziell geschützt. Die ärztliche Behandlung im Ausland wird für Mutter und auch für das neugeborene Baby übernommen, falls es vor der 36. Schwangerschaftswoche zu einer Frühgeburt kommt.

Nicht übernommen werden allerdings die Kosten von Behandlungen, Vorsorgeuntersuchungen und Untersuchungen wegen Schwangerschaft und Entbindung.

Reiserücktrittsversicherung und Schwangerschaft

Wer nach Versicherungsbeginn der Reiserücktrittsversicherung schwanger wird und die geplante Reise dann storniert, bekommt die Stornierungskosten von der Reiserücktrittsversicherung ohne Probleme erstattet. Bestand die Schwangerschaft bereits bei Versicherungsbeginn besteht Versicherungsschutz bei plötzlich auftretenden Komplikationen.



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